Ihr seid alles Götzendiener! Treffender kann eine Aussage nicht sein, dementsprechend rate ich jedem an vorerst dem Moment im Absatz zu nutzen um Luft zu holen und darüber nachzudenken.

Ihr seid alles Götzendiener und das hier ist kein kaputter Plattenspieler. Seit jeher benötigen Menschen Götzen. Wenn man sich für Geschichte interessiert, wird man schnell feststellen das ein Großteil der kriegerischen Ereignisse aufgrund von Götzen geschahen. Die christlichen Kreuzzüge wäre wohl eines der besten Beispiele. Jene Kreuzzüge haben uns über ein Jahrhundert an Fortschritt gekostet. Man stelle sich einfach mal vor wie das Jahr 2000 aussehen würde wenn es schon Computer und das Internet im Jahr 1900 gegeben hätte.

Auf der anderen Seite sind aber Götzen ein essentieller Faktor im Leben eines Menschen, da es der größte Motivationsgrund neben dem Überlebenswillen ist, den der Mensch besitzt.

Welchen Grund gäbe es auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen, wenn wir nicht aufgrund religiöser Götzen getrieben werden würden? Keiner will in die Hölle kommen oder 40 Jungfrauen missen.
Welchen Grund gäbe es sich dem kapitalistischen Arbeitsmarkt hinzugeben um beruflichen Erfolg zu haben, wenn einem nicht täglich suggeriert wird das beruflicher Erfolg gleichbedeutend mit privatem Glück sei?
Welchen Grund gäbe es in den Krieg zu gehen für einen sogenannten Friedenseinsatz? Welch Paradoxon.

Wer hat sich jetzt in einem der Beispiele erkannt? Wohl fast jeder und es ist auffällig wie sehr das Positive und Negative auseinander gehen aufgrund von Götzen und wie sehr sie uns und unsere Gesellschaft beeinflussen. Besonders wenig intelligente Menschen benötigen Götzen, weil sie nicht dazu in der Lage sind sich eigene ehtische Richtlinien zu erschaffen. Grundlegend ist das auch nicht verkehrt, allerdings nimmt das ganze aufgrund technischer Errungenschaften ein Ausmaß an, das sich selbst Propaganda-Minister Goebels nicht hätte erträumen lassen. Auffällig ist der Rückgang der religiösen Gläubigen. Und doch werden die Götzen immer mehr. Wir werden permanent mit Götzen bombadiert denen wir folgen und durch die wir bereitwillig kontrolliert und manipuliert werden.

Kampf gegen den Terror – Freiheiten einschränken ist nicht demokratisch, aber kaum einer wehrt sich weil er es für angemessen hält.
Klimaerwärmung – obwohl es bewiesen ist, dass die Erde sich nicht erwärmt, und die angeblichen Daten zur Erwärmung gefälscht sind, lassen wir uns von einem Großaktionär der Atomwaffen und ehemaligen Vize-Präsidenten der USA finanziell und freiheitlich ausnehmen.
Schönheitsideale – permanent  wird uns suggeriert wie ein schöner Mensch aussehen muss. Nicht nur das wir dem glauben schenken, sondernd wir eifern dem auch noch nach, obwohl jenes Schönheitsideal dem Urinstinkt komplett widerspricht.

Ihr habt euch jetzt selber in den wenigen Beispielen als Götzendiener enttarnt? Dann macht weiter wie bisher oder fangt an euren Verstand zu benutzen und eure eigenen moralischen Regeln, ethischen Grundwerte und Ziele im Leben zu schaffen, ohne dass euch jemand reinredet. Es ist euer Leben und eure Entscheidung. Gebt diese Entscheidung nicht an andere Menschen ab und ihr werdet verstehen was wahre Freiheit ist.

Samstag morgen, es ist 15:45.

Ich bin seit knapp 2 Stunden wach. Die letzten Nächte stecken mir in Rumpf und Gliedern. Erschöpfung macht sich breit. Ein ungutes Gefühl, und dennoch vertraut. Eine der wenigen Konstanten in meinen Leben.

Ich zieh mich an, gehe raus und schau mich um. Die Sonne scheint, es ist April, der Rasen ist 15 Zentitmeter hoch und ich höre wie die Gartennazis, anderweitig als Nachbarn bekannt, einen neuen Rekord in Langzeitrasenmähen aufstellen wollen. Rasen mähen, Unkraut entfernen – Welch ein Wort: Unkraut. Ein von Menschen erschaffener Bösewicht des Gartens. Die Amerikaner würden die Wurzeln der Unkrautpflanzen als Achse des Bösen bezeichnen. -  Rasen mähen, Unkraut entfernen, die ausgesuchte Pflanzenwelt gießen und vermutlich noch den Rasen kämmen damit auch alles symetrisch aussieht und ein Gefühl der erschaffenen Perfektion entsteht.

Warum eigentlich Gartenarbeit? Mir wurde einst gesagt, dass das entspannend ist. Allerdings frage ich mich, was daran entspannend sein soll. Es ist nichts anderes als selber ausgesuchte Arbeit welche man sich aus niederen Beweggründen aufbürdet. Das stellt wohl ein Symbol der Freiheit dar, da man sich jene Arbeit selber ausgesucht hat. Was für eine Farce, wenn man sich Freiheit einredet aufgrund von Motiven entstanden aus einem simplem Gruppenzwang größeren Ausmaßes, auch bezeichnet als Gesellschaft.

Viel mehr haben meine Nachbarn auch nicht zu bieten. Nachbar Nummer 1, und die Nummerierung ist mehr als passend aufgrund ihrer Gesichts- und Persönlichkeitslosigkeit, Gerichtsvollzieher von Beruf, ~35 Jahre alt, mit dem Lebensinhalt der Arbeit, Frau, einem schreienden Kind und die Gartenarbeit. Vermutlich vor 10 Jahren schon gestorben und nur noch eine wandelnde biologische Masse ohne Identität. Ansonsten echauffiert er sich in seiner Freizeit noch gerne über zu früh auf die Straße gestellten Müll und lädt gelegentlich andere Identitätslose zu sich an um sie sich an seinen Lego-Würfel, auch Haus genannt, und anderen Statussymbolen ergötzen zu lassen.

Nachbar Nummer 2 dagegen kam vor einigen jahren das erste Mal hier her um seine alleinige Erbschaft seiner Mutter zu sichern. Interessanterweise verstarb sie kurz darauf. Nummer 2 ist etwa 70 Jahre alt, beobachtet mich stetig aus seinem Badfenster, sitzt im Sommer in seinem Gartenstuhl um permanent eine Eiswagen-ähnliche Glocke zu läuten, damit keine Vögel an sein wohl proportioniertes und ausreichend gepflegtes Beet gehen und sie vermutlich noch ihrem natürlichen Instinkt der Nahrungssuche nachgehen könnten. Bei anderen Tieren, vorallem Haustieren aus der Umgebung, benötigt er die Glocke nicht. Deren Instinkt ist ausgeprägt genug um ihn grundsätzlich zu meiden. Ansonsten gibt es nichts mehr zu Nummer 2 zu sagen. Sonnen, Garten pflegen und hegen und seine ebenso verbitterte Frau, mit der er sich häufig lautstark streitet, scheinen sein einziger Lebensinhalt zu sein.

Nachdem der Leser dieses Gedankenfetzens ausreichend über Nummer 1 und Nummer 2 erfahren hat, werde ich diesen Eintrag abschließen. Auch ich muss mich diversen gesellschaftlichen Zwängen hingeben, vorallem die Nahrungsbeschaffung im örtlichen Supermarkt, allerdings gehört Gartenarbeit definitiv nicht dazu.

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